150 Jahre AV-Gaudeamus

Das beste aus 150 Jahren Gaudeamus.

1994-2018

Aufbruch ins nächste Jahrtausend

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1994-2018

Chronik

1996 Digitalisierung. Website geht online.
1997 Quo Vadis 1.0
1999 Gaudeamus gibt sich ein Logo
2002 Bb Schneck führt Wandertag ein
2003 Gaudeamus tritt in SVC ein (Stuttgarter Vertreter Convent), Bb Pixel engagiert sich im Aktiven-Vorstand des SVC.
2004 Interkorporierte Kneipe - gemeinsam mit AG Burse geschlagen - auf dem Haus der Gaudeamus
2004 175 Jahre Uni Stuttgart. Gaudeamus feiert den Stiftungfestball auf dem SVC Sommerball in der Alten Reithalle im Maritim, "Köpfe"-Veranstaltungen unter Beteiligung von Gaudeamus.
2005 Hausumbau. Renovierung des 3. und 4. Stockwerks der Rosenbergstr. 28
2006 Gaudeamus tritt aus SVC aus, SVC löst sich auf
2011 40 neue Kommersbücher werden durch AhAh Penn, Quassel, Telly und Zichte gespendet
2013 Quo Vadis 2.0 (GaudiCamp, GaudiAcademy, Medienkonvent, Digitales Archiv wird aufgebaut, z.B. alle Bundesblätter, Semesterprogramme, wichtige Dokumente)
2018 150. Stiftungsfest Gaudeamus. Festschrift.

  
 

AH-Vorstände

1994 - 1999 Kordovic v. Astor
1999 - 2009 Schrat
2009 - 2013 Göckele
2013 - 2016 Klirr
2016 - 2018 Zichte

  
 

Epoche im Kontext von Weltgeschehen und Technik

Webseite & Digitalisierung

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WEBSEITE
&
DIGITALISIERUNG

Gaudeamus im Internet-Zeitalter

Jeder Verein, jede Firma und viele Menschen beschäftigten sich Mitte der neunziger Jahre mit der Frage: Ist eine Internet- Präsenz für uns sinnvoll und wenn ja, wann und wie gehen wir online?

Gaudeamus unternahm ebenfalls den Schritt ins Internet- Zeitalter im Jahr 1995. Bb Lurchi betreute die für die Öffentlichkeit verfügbaren Inhalte 10 Jahre lang. Seit 2001 unter der eigenen Domain www.av-gaudeamus.de. AH-Vorsitzender Schrat reicherte die Präsenz um einen internen, geschützten Bereich für die Alten Herren an (u.a. Download Bundesblätter, E-Mail-Verzeichnis). Auch die Aktivitas hat sich ab 2004 dazu entschlossen, einen eigenen internen Bereich auf der Website zu pflegen (u.a. Informationen zum Semesterprogramm, Aktuelles aus der Aktivitas, Fotos, Ämterbesetzungen, Downloads). Zusätzlich gab es eine seit 20 Jahren betriebene interne Datenbank sowie den Mitglieder-Karteikasten als „Offline“-Datenbank in der Biblo – beides durch den XXX auf aktuellem Stand gehalten. Zum Versand und Empfang von E-Mails wurden Sammel-Accounts bei GMX inkl. E-Mail-Verteilerlisten eingerichtet.

Der parallele Einsatz dieser unterschiedlichen Bereiche und Datenbanken war erfolgreich, da jeder jeweils das Informationsbedürfnis einer Zielgruppe bediente. Die Herausforderung dieser Zeit lag vor allem in der Synchronisierung der Daten. Es war z.B. nicht einfach, sicherzustellen, dass eine E-Mail-Adressen-Änderung in allen Bereichen, Listen und Datenbanken synchronisiert ankam.

Nach reiflichen Überlegungen und Gesprächen zwischen Altherrenschaft und Aktivitas wurden durch die Bundesbrüder Avi, DJRedo und Schrat sämtliche Bereiche und Datenbanken zusammengeführt in eine zentrale Website inkl. angebundener Mitglieder-Datenbank. Auch der Karteikasten wurde abgeschafft. Jeder Bundesbruder erhielt seinen eigenen personalisierten Zugang. Nach und nach kamen zu einer zunächst überschaubaren Website zahlreiche Funktionen hinzu, die mittlerweile verschiedenste Informationsbedürfnisse der Mitglieder erfüllen und Prozesse für Amts-Inhaber in einigen Fällen unterstützen oder sogar vereinfachen.

Neben öffentlichen Inhalten auf der Website sind einige Inhalte und Funktionen wie z.B. die Pflege der eigenen Mitgliedsdaten allen Mitgliedern zugänglich, während es auch viele Ämter-spezifische Funktionen gibt, die nur für die jeweiligen Amts-Träger angezeigt werden.

Der entscheidende Mehrwert aus Sicht der Mitglieder, der Ämter und internen Prozesse war die Personalisierung der Zugänge und damit die Möglichkeit für jedes Mitglied, seine Daten selbst verwalten und sich selbst zu Veranstaltungen anmelden zu können. Ein weiterer wesentlicher Faktor in der Kommunikation zu unseren Mitgliedern ist die zentrale Funktion „GaudiLetter“ für den einfachen Versand von Nachrichten, sowie die Mitglieder-Suche und -Karte, welche es jedem Mitglied leicht macht, Kontakt zu anderen Mitgliedern aufzunehmen. Ein in der Vergangenheit regelmäßig neu aufgelegtes, gedrucktes und allen Mitgliedern per Post verteiltes Mitgliedsverzeichnis wurde z.B. durch die Suchfunktion auf der Website überflüssig.

Neben den Inhalten hat auch die Gestaltung des Designs der Website mehrere Phasen durchlaufen und wurde immer wieder auf den aktuellen Stand der Zeit gebracht. Bundesbruder Hopla unterstützt uns hier immer wieder mit tollen Design-Vorschlägen, die wir nach und nach übernehmen. Wir nähern uns damit Schritt für Schritt einer Website an, die sich immer besser anfühlt und benutzen lässt. Mittlerweile kann die Website auf Smartphones vollwertig verwendet werden.

Eine sehr hohe Sicherheit der Website war für uns immer gesetzt und erforderlich. Daher setzen wir seit langem die höchsten Standards in diesem Bereich ein und halten die Technik im Hintergrund (TYPO3) immer auf einem aktuellen Stand, der Sicherheitsupdates garantiert. Dies ist regelmäßig sehr aufwändig für uns und erfordert bei Upgrades auf eine neue Version gut und gerne mehrere Wochenenden Vorbereitung, nur um den Status Quo wieder herzustellen. Dies gelingt meistens, leider aber nicht immer, da wir auf die Weiterentwicklung von Funktionalitäten durch die Internetgemeinde abhängig sind. Nicht mehr unterstütze Funktionen wie das GaudiWiki und unser ehemaliges Fotoalbum mussten daher leider abgeschaltet werden, um die Webseite weiterhin betreiben zu können.

In der uns dann für die Pflege der Website verbleibenden Zeit versuchen wir, die weggefallenen Funktionalitäten wieder durch Alternativen herzustellen, an uns gemeldete Feature-Wünsche einzubauen und gemeldete Fehler zu korrigieren sowie unsere interne Ideen- und Todo-Liste abzuarbeiten. Dies geschieht alles in der Freizeit neben Beruf und Gaudeamus.

Deshalb werben wir um Verständnis, sollte zum Beispiel einmal eine Funktion, wie das Fotoalbum, für eine gewisse Zeit nicht zur Verfügung stehen. Für Unterstützung durch weitere helfende Hände sind Bb DJRedo und ich selbstverständlich immer offen, da unsere Zeit für dieses Ehrenamt stark begrenzt ist.

Für die Zukunft haben wir bereits eine lange Sammlung an Ideen für die Website. Neben weiteren Verbesserungen im Design und zur optimierten Bedienbarkeit der Website werden wir über „Mein Gaudeamus“ versuchen, das vollständige Gaudeamus-Archiv zu integrieren, welches wir im Zuge der Digitalisierung alter Dokumente angereichert haben und eine dauerhafte Lösung für das Fotoalbum zu finden, welches uns aktuell noch vor Herausforderungen stellt. Ein weiteres großes Ziel ist, in Zukunft die Kommunikation direkt über die Website zu ermöglichen. Hierzu haben wir bereits erste Ideen und sind gerade dabei, diese versuchsweise zu erproben.

Um dieses wachsende Kapitel für Gaudeamus auch in organisatorischer Form zu verankern, wurde durch die Mitgliederversammlung bestätigt das Organ „Medienconvent“ eingeführt, welches die Themen der digitalen Welt für Gaudeamus immer wieder aufs Neue beleuchten soll. Der Medienconvent begleitet in diesen Fragen den AHAusschuss beratend und initiiert die daraus entstehenden Maßnahmen, z.B. in Form von Weiterentwicklungen der Website.

Die Nutzung des Bereichs „Mein Gaudeamus“ liegt aktuell bei ca. 300 Einzel-Sitzungen pro Monat. Wenn wir die Website für einen Tag wegen Updates/ Wartung abschalten müssen, können wir mittlerweile feststellen, dass sich mindestens drei besorgte Mitglieder bei uns mit der Frage melden, wann denn die Website oder Funktionalität wieder online ist. Aus dem Gaudeamus-Alltag ist die Internet- Präsenz also nicht mehr wegzudenken.

Eine detaillierte Schilderung zur Geschichte der Website inkl. Zusammenhänge und Ereignisse, Details zur Technik und Website-Inhalten kann den folgenden Bundesblatt- Artikeln entnommen werden: “Du bist Gaudeamus I” (Bundesblatt WS2005/2006, S. 49ff), “Du bist Gaudeamus II” (BundesblattSS 2006, S. 52ff), “Du bist Gaudeamus III” (Bundesblatt WS2006/2007, S. 38ff), “Du bist Gaudeamus IV” (Bundesblatt SS2007, S. 43ff).

Schon gewusst? Die Uni Stuttgart verlinkte von Beginn an unsere Inhalte unter der Adresse www.uni-stuttgart.de/gaudeamus. Dieser Link funktioniert bis heute als Weiterleitung auf unsere Website. 

Die Website im Wandel der Zeit

1969-1993

Unbeschwerte Jahre

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UNBESCHWERTE
JAHRE

1969-1993

Chronik

1975 Wandergruppe W.E.D.E.L wird gegründet
1980 Gründung der Gaudi-Band durch die BbBb Zupf, Klampf und Trööht
1982 Wiederentdeckung: hinter einem Heizkörper findet die Aktivitas DIE Laus. Die Laus wird darauf hin in Druckschrift übersetzt, illustriert und gedruckt. Seither wird sie jedem neuen AH überreicht.
17.02.1983 Gründung des Studentenwohnheim Vereins
1989 Bb Backfisch spendiert den Präsidiumssessel
1992 Gaudeamus bekommt eine neue Küche
1993 Wiederentdeckung des Leskäs (Aufsätze des Lesevereins)
1993 Gründung des Tanzkurses
1993 125. Stiftungsfest. Video entsteht.

AH-Vorstände

1968-1970 Brand v. Bible
1970-1972 Reuß v. Flocke
1972-1973 Arnold v. Spond
1973-1974 Frank v. Babs
1974-1976 Bartholomäi v. Ibs
1976-1977 Götz v. Zigan
1977-1979 Schätzle v. Babbl
1979-1980 Haag v. Fifi
1980-1993 Kriegskorte v. Zipfel

  
 

Epoche im Kontext von Weltgeschehen und Technik

Wiederentdeckung der Laus

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WIEDERENTDECKUNG
DER
LAUS

Die Original-„Laus“ wurde 1982 wiederentdeckt, der Vorläufer unserer Bundesblätter aus den Gründungsjahren unseres Bundes. Diese Wiederentdeckung ist eine Story für sich, wie sie im Bundesblatt vom WS 1983/84 folgendermaßen beschrieben wird:

„Offenbar hatte das stattliche Buch in dem alten, nunmehr restaurierten Renaissance-Schrank alle Umzüge unentdeckt mitgemacht und überstanden, wurde dann beim Ausräumen des Schranks vor seiner Restaurierung ohne weitere Beachtung in die Bibliothek eingereiht, geriet dort hinter einen Heizkörper und wurde schließlich vor etwa einem Jahr, als die Heizkörper mit neuen thermostatischen Ventilen ausgerüstet wurden, von den jungen Bundesbrüdern auf dem Haus gefunden, die dann AH Zipfel auf das Buch (das sie natürlich nicht entziffern konnten) aufmerksam machten.“

Die Überraschung und Freude war groß und mit einigem Aufwand wurde das Buch in heute lesbare Schrift übertragen und neu aufgelegt und gedruckt.

  
 

1944-1968

Zu neuem Leben

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ZU
NEUEM
LEBEN

1944-1968

Chronik

1.9.1945 Bundeschronik ist erstellt von Max Burger
01.05.1946 Verteilung Hilarenhaus-Gaudeamus-Inventar auf Bb. (Liste zur Aufteilung wurde geführt)
16.09.1946 Genehmigung regelmäßiger Bierabende (Stuttgarter Amt für Vereinswesen)
14.12.1946 Konstituierende Mitgliederversammlung "Gaudeamus" und Weihnachtsfeier
28.02.1947 Akademische Gesellschaft Gaudeamus Stuttgart E.V.: Lizenz der Militärregierung
05.04.1947 1. Ausschuss-Sitzung der AG Gaudeamus
30.06.1947 Neugründung "Aktivitas" nach 10 Jahren Unterbrechung
1947 79. Stiftungsfest. Das erste nach dem großen Krieg
1948 Pfingsten 1948. 80. Stiftungsfest
Januar 1949 Baracke "Kronenstraße" entsteht und wird bezogen
1951 Belastungsprobe: Beitritt DB Ja/Nein. April 1951: Nein
05.1952 Mai 1952. Neue Abstimmung Beitritt DB Ja/Nein: Ja
07.1952 21.7.1952: DB lehnt ab, da Nicht-Farben-Tragend, Aktivitas bewegt sich langsam (Farben, Name)
1952 Beitritt in DB. Burschenschaft "Gaudeamus".
1953 2. Aufnahmeantrag in die DB durch außerordentliche MGV + Aufnahme
1954 DB führt Bestimmungsmensur ab SS 55 ein, Aktivitas lehnt Bestimmungsmensur einstimmig ab, Austritt aus DB wird gefordert
6.11.1954 Austritt aus DB nach Einführung Bestimmungsmensur in der DB im Dezember 1954
18.06.1955 Akademische Verbindung Gaudeamus
1957 Burschenschaftsfrage ist nun endgültig geklärt. Hausbau Rosenbergstr. ist bestimmendes Thema
14.04.1958 Grundsteinlegung Haus Rosenbergstr. 28, 14.04., 90. Jahrestag
Februar 1959 Aufgabe der Baracke. Umzug in eine Notunterkunft. Marstallgebäude Königsstraße.
19.07.1959 Feierliche Einweihung des neuen Verbindungshauses
1961 Stummfilm entsteht, Bundesleben der 60er Jahre (Kneipe, Extisch, Fuxentaufe, Sportstunde, Tanzstunde, Fasching, Wanderung)
1968 Stundentenunruhen ohne großen Einfluss auf Gaudeamus
1968 100. Stiftungsfest. Video entsteht. Fotobuch.

  
 

AH-Vorstände

1936-1945 Sigloch v. Stoppel (Vors. Des Hausbauver.) Banzhaf v. Dax (Bundesleiter)
1947 Wahl v. Schöpple
1948-1949 Bartholomäi v. Ibs
1950 Stäbler v. Faust
1950-1951 Sigloch v. Stoppel
1952 Ochs v. Kilian
1953-1954 Ochs v. Kilian
1954-1955 Appinger v. Hösle
1955-1957 Eberle v. Sechzig
1957-1960 Kellermann v. Joli
1960-1963 Ochs v. Kilian
1964 Ochs v. Kilian
1964-1966 Brand v. Bible
1966-1967 Wacker v. Ibikus
1967-1968 Ochs v. Kilian

   
 

Epoche im Kontext von Weltgeschehen und Technik

100. Stiftungsfest

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100
JAHRE
GAUDEAMUS

Zum ersten Höhepunkt unseres 100. Stiftungsfestes trafen sich Bb. Bb. und Gäste im Kleinen Kursaal. Daß es — das sei hier schon vorweggenommen — ein wirklicher, ja sogar der Höhepunkt wurde, ist das Verdienst aller Bb. Bb., die an der Vorbereitung und an der Abwicklung des Kommerses beteiligt waren.

Es war eine stattliche Corona, die X Eckbert Pohl v. Muck im Kleinen Kursaal begrüßen konnte, an erster Stelle natürlich die unzähligen Bb. Bb., die sich aus nah und fern eingefunden hatten, um den 100. Geburtstag ihres Gaudeamus zu begehen; dazuhin Vertreter von Land und Universität und die zahlreichen Vertreter der Stuttgarter und zweier auswärtiger Verbindungen. Unterbrochen vom Singen bekannter und beliebter Lieder, die in manchem der Sänger  ehmütige, aber auch frohe Erinnerungen an vergangene Tage wach werden ließen, wurden die einzelnen Reden gehalten; zuerst sprach der Erstchargierteüber Sinn und Aufgaben einer Verbindung in der heutigen Zeit. Die Festrede hielt Bb. Prof. Tafel v. Tabula über das Thema „Die Technische Hochschule in der Gegenwart". Die Grüße der Mitglieder im Arbeitsring Stuttgarter Korporationen überbrachte der Senior der Burschenschaft Hilaritas, und für die Universität Stuttgart sprach Prof. Drees, der vor allem die enge Verbindung unseres Bundes mit der Hochschule hervorhob, da ja drei unserer AHAH Ehrensenatoren der Universität seien. In der Fidulität, die AH Tabula übernahm, zeigte der Fuxenstall in seiner Mimik den Werdegang eines Bundesbruders. Gegen 1 Uhr war der Kommers beendet.

Feierstunde,-Pfingst-Sonntag, 2. |uni 1968

Im festlichen „Weißen Saal" des neuen Schlosses konnte unser AH-Verbandsvorsitzender AH Kilian eine wahrhaft stattliche Zahl Bundesbrüder mit ihren Damen willkommen heißen. In seiner Begrüßungsansprache hielt er einen kurzen Rückblick auf die Verbindung und, an die Aktivitas gewandt, wies er auf deren große Verantwortung für die Zukunft unseres Gaudeamus hin.

In der Festrede gab uns unser AH Schlemihl einen Abriß der von ihm verfaßten Festschrift. Er verfolgte den 100jährigen Weg unseres Gaudeamus in der turbulenten Entwicklung Deutschlands, das sich in einem dauernden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Änderungsprozeß befand und noch befindet. Besonders wurden die beiden Weltkriege zu entscheidenden Cäsuren in der Geschichte des Gaudeamus. Bis in die Gegenwart und in das heutige Stuttgart, in dem die Verbindungen nach außen hin nur noch untergeordnete Rollen spielen, spannte sich der weite Bogen seiner Rede.

Als nächster Redner sprach unser AH Joli über „Kneipen und Exkneipen".
Vom Petersburger Hof über die Elsässer Taverne bis zum jetzigen Hotel Schwabenbräu reichte die lange Liste der Orte, an denen sich die Bundesbrüder zu den Exkneipen trafen und dort manche lange Abende verbrachten, an die sie sich noch gerne zurückerinnern. Am Schluß seiner Rede ehrte AH Kilian unseren AH Joli für seine großen Verdienste in der Verbindung mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des AH-Verbandes. Nochmals recht herzlichen Glückwunsch!

Als einem der Altesten in der AH-Schaft war es unserem AH Ribele vor behalten, besonders der drei Gründer sowie der verstorbenen AHAH zu gedenken, deren Namen den jüngeren Bundesbrüdern meistens nur noch aus der Chronik oder aus dem Stammbaum bekannt sind. Den musikalischen Rahmen dieser gelungenen Feierstunde bildete das Köhlerquartett der Stuttgarter Philharmoniker mit Sätzen aus Streichquartetten von Beethoven und Mozart.

Impressionen zum 100. Stiftungsfest

   

 

Video zum 100. Stiftungsfest

Die Presse berichtet über das 100. Stiftungsfest

Festschrift 100 Jahre Gaudeamus

Haus Rosenbergstr. 28

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NEUBAU
HAUS
ROSENBERGSTR. 28

Baracke Kronenstraße

Als im 3.Reich die Verbindungen mit ihren alten Traditionen zerschlagen wurden und an ihre Stelle die Kameradschaften traten, wobei wir mit den Hilaren und Arminen die Kameradschaft Lüderitz ins Leben riefen, die ihr Heim im Hilarenhaus fand, wurde unser Haus in der Kronenstrasse entbehrlich. Man baute es zu nächst zu einem Büro um und vermietete es an den Michwirtschaftsverband, die auf dem Haus noch lastenden,verhältnidmässig geringen Schulden wurden von einem Grossteil der Bundesbrüder als drückend empfunden, und so entschloss man sich leider im Jahre 1938 zum Verkauf des Hauses. Glücklicherweise ginges in den Besitz unseres lieben Bb Diftele über. In den letzten Kriegsjahren wurde dann das Haus durch einen Fliegerangriff zerstört.
Als nach Kriegsende einige Stuttgarter Bundeabrüder daran gingen unser Gaudeamus neu ins Leben zu rufen, und viele der früheren Lüderitz-Kameraden sich unserm Bunde anschlössen, war das brennendste Problem wieder die Raumfrage. Die Verhältnisse waren aber infolge der umfangreichen Zerstörungen ungleich schwerer als ehedem. Die Möglichkeit irgendwo einen ständigen Raum zu mieten, war so gut wie aussichtslos. Man musste froh sein, irgendwo ein passendes Extischlokal zu finden, wo man mehr oder weniger geduldet ein paar Glas biertrinken, sich aber nicht heimisch fühlen konnte.

Ein Ausweg aus dieser Not zeigte sich als wir von der Stadt Stuttgart eine amerikanische Blechbaracke geschenkt erhielten. Aber wo sollte sie aufgestellt werden? Unwillkütlich lenkten sich die Blicke auf das frühere Grundstück in der Kronenstrasse; unser Bundesbruder-Diftele und sein Betreuer, Bb. Dax, hatten volles Verständnis für unsere Not und unser Anliegen, uns den Platz zu überlassen. Sie stellten das frühere Hausgelände dem Bund mietweise für das Aufstellen der Baracke zur Verfügung. Zunächst wurde der vorhandene Trümmerhaufen weggeräumt. Man nahm davon Abstand, die Baracke einfach auf den Kellerboden zu setzen und entschloss sich, die Untergeschoss-Räume auszubauen und die Baracke darüber aufzustellen - So ist dann unser neues Haus entstanden, wie wir es jetzt vor uns haben.

Auszug aus “1958-05-Mai-Jahrgang-12-Blatt-1-Notunterkunft-Aktivitas”

Leider war mit den Erben des verstorbenen Bundesbruder Kintzinger keine Einigung zu erzielen, so daß ein anderer Bauplatz gesucht werden musste. Dieser fand sich in der Rosenbergstraße 26 und 28, wo nun nachdem sich H.Kellermann (Joli) mit dem Bauausschuß (Bb.Eberle-60, Hettier- Lütt, Rogler-Purzel) intensiv der Sache angenommen hatte und Lenz (Eibele) in großzügiger und tatkräftiger Weise seine Mitwirkung nicht versagte, unter Zustimmung und finanzieller Unterstützung des Unternehmens durch die Bundesbrüder nach Plänen von Bb. Prof.Regler (Purzel) mit dem Bau des neuen Verbindungshauses am 8.4.1958 begonnen werden konnte.

Grundsteinlegungen Rosenbergstr. 28

Nachdem mit einer letzten Kneipe am Sonntag 2.März, von der Kronenstraße 51 Abschied genommen worden war, begann der "Marsch in die Wüste", doch fand die Aktivitas inzwischen eine "Oase" im ehemaligen Marstall in der Konigstraße und wächst seitdem das neue Haus aus dem Boden, dessen Grundstein am 14.April in feierlicher Weise gelegt wurde. Hierüber wurde eine von Purzel (Regler) kunstvoll auf Pergament geschriebene Urkunde gefertigt und von allen zur Grundsteinlegung gekommenen Bb unterschrieben. Diese Urkunde wurde zusammen mit der von Schlemihl (Geiger) verfassten kurzen Chronik des Bundes in eine Kupferkassette getan, die außerdem noch aufnahm: sämtliche von Strippe (Groß) und Schlemihl redigierten Bundesblätter, eine von Schlemihl zusammengestellte Sammlung "Wir und die Zeit", ein Kommersbuch ("Lieder, die wir sangen und singen") sowie ein Mitgliederverzeichnis, je ein Fuchsen- und Burschenband, 2 Zeitschriften BADEN WÜRTTEMBERG, 2 Tageszeitungen von Stuttgart vom 14.4.1956, 1 Amtsblatt der Stadt Stuttgart vom I0.4.1958, 8 heute gültige Münzen, 1 Flasche "Stuttgarter Kriegsberg".

Nach kurzen Ansprachen Jolis (Kellermann) und Ribeles (Lenz) und einer Stärkung der Anwesenden mit "Kriegsberg"-Wein (Gewächs Ribele) wurde die Kassette verlötet und in der Baugrube in die vorgesehene Öffnung eingemauert, bzw. -zementiert. Hierauf vollzog Joli den eigentlichen Akt der Grundsteinlegung mit den von Schlemihl verfassten Worten:
 

Wir wollen errichten ein neues Haus.
Den Grundstein legen wir heut,
Nun wachse es aus dem Boden heraus
Zu unser aller Freud.

Wir setzen hier fort die Tradition
Drum sei der Schwur erneut,
Der gilt für jede Generation
In Zeit und Ewigkeit:

Gaudeamus in Wahrheit,
in Freundschaft
und Freud! (Hammerschlag)

Gaudeamus in Zukunft
wie gestern
und heute (Hammerschlag)

Gaudeamus in aeternum (Hammerschlag)
 

Die Feier wurde abgeschlosson durch ein gemütliches Beisammensein im "Schwabenbräu" in der Friedrichstraße.

  
 

Umzug in eine Notunterkunft Marstallgebäude Königsstraße

Vor dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten in der Rosenbergstrasse musste die Verbindung noch eine Notunterkunft in der Königsstraße im Marstallgebäude beziehen. Dies war ein trauriger Abschied für die Verbindung aus dem so lange genutzten Örtlichkeiten der Kronenstraße.

Bundesbruder Schlemihl fasste diese traurigen Abschied in diesem Gedicht zusammen:

Wir hatten erbaut ein uns liebes Haus
voreinst in friedlichen Tagen,
drin hielten in Ernst und Scherz wir aus
Bis es uns der Kriegssturm zerschlagen.

Wir haben verloren der Freunde viel
Im Osten, Nord, Süden und Westen,
und als das Haus in Trümmei fiel
Schien aus es mit fröhlichen Festen.

Doch haben wir nachher uns aufgerafft.
Der Bund ist wieder erstanden.
Wir haben ein einfaches Heim geschafft.
In dem wir zusammen uns fanden

Zu fröhlichem Kneipen und ernstem Tun.
Doch nun müssen wir es verlassen.
Und wem wir teils weinend, teils lachend dies tun.
So weil wir zurück dort lassen

Ein Stück von uns, wie es jedem ergeht,
Der scheidet aus trauten Räumen,
Aus deren Winkeln ihn umweht
Erinnerung an heimliches Träumen,

Erinn'rung an Plane, die man gefaßt,
Erinn'rung an glückliche Stunden,
auch, daß man manches verpaßt.
Doch auch, daß man Freunde gefunden,

Mit denen man waget den neuen Schritt,
Das neue Haus nun erbauet
Und zuversichtlich ruft: "Komm mit.
Die Zuktunft zwingt, wer ihr trauet!"

Wir trauen der Zukunft, wir bauen das Haus,
Doch sei der Schwur gehalten,
Daß auch in unserm neuen Haus
Der alte Geist mög' walten!

Der Geist, der 90 Jahre lang
geherrscht in unserem Bunde,
bleibt er gewahrt ist uns nicht bang
Um Wohl und Gedeihen der Runde.

Drum, wenn wir heut von hinnen geh'n
Laßt's froh uns tun, indessen -
Daß wir auf dem, was war, besteh'n,
Das laßt uns nie vergessen!


Wir schworen einst dem Bunde Treu
Auf Freundschaft, Wahrheit, Freude.
Dies lasset schwören uns aufs neu:
Gaudeamus gestern wie heute!

Dem Gaudeamus gelt' der Schwur
fortan auch im neuen Hause
So, wie er heut zum letzten Mal
Durch diese Räume brause:

Vivat, cre. at, flox at Gaudeamus!

(Schlemihl)

  
 

Einweihung Rosenbergstraße 28

Der Hausbau hat uns viele Sorgen bereitet, aber auch viel Freude, wie das wohl immer beim Bauen der Fall ist. Der Baumeister des neuen Hauses ist unser lieber Bb.. Lutt. Von ihm stammen die Baupläne; auch überwachte er die ganzen Arbeiten. Ihm zur Seite standen als örtlicher Bauleiter Bb. Jahn v. Nuddi und später Bb. Lehmann v. Träuble, die mit grossem Interesse und großer Liebe zur Sache ihres Amtes walteten. Die Aktivitas hat von Anfang an mit ihrer Hände Arbeit bei den Bauarbeiten mitgeholfen. In einer Art freiwilligen Arbeitsdienst wurden hunderte von Arbeitsstunden geleistet. Fast die ganze Bauzeit über waren immer 2 Bundesbrüder ganztägig am Bau beschäftigt und in den letzten Monaten wurde an jedem Samstag Vormittag von allen zusammen an der weiteren Verschönerung, vor allem ausserhalb des Hauses, gearbeitet.
Ein Bundesbruder stiftete das ganze erforderliche Holz, und Bb. Märte schickte aus Argentinien Lebensmittel-und Rauchwaren-Pakete, die wir in DMark umsetzten. Andere stifteten Baustoffe und Ausrüstungsgegenstände. Gross ist auch die Zahl der Bundesbrüder, die Anteilscheine zeichneten und sich dabei in ihren privaten Bedürfnissen einschränkten. Von 2 Bundesbrüdern wurden grössere zinslose Darlehen gegeben und die Firma Züblin, die die Bauarbeiten durchführte, übt großzügige Nachsicht bei der Abzahlung unserer Schulden. Erwähnen muss ich auch noch das Entgegenkommen mehrerer Bundesbrüder, die in letzter Stunde vor der Währungsreform mitgeholfen haben, einen Teil unseres Reichsmark-Vermögens wertbeständig in die D-Mark Zeit rüber zu retten. So haben fast alle Bundesbrüder ihren Teil dazu beigetragen, den Hausbau durchzuführen. Es war für uns alle erfreulich und ermunternd, in Gesprächen mit Bundesbrüdern zuhören.

1919-1943

Schwere Zeiten

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SCHWERE
ZEITEN

1919-1943

Chronik

1.8.1919 Gründung "Rothenburger Verband schwarzer schlagender Verbindungen" RVSV
1926 Gründer Gnauth verstirbt
1928 Vereinigung Haus Kronenstraße 51A+B zu 51 durch großzügigen Umbau für Verbindungsräumlichkeiten
1928 Inflationsjahre: sehr schwere Zeiten. 60. Stiftungsfest mit starker Beteiligung (93 AHAH inkl. 2 Gründer)
1929 Bb Sigloch (Stoppel) Organisation "Jahrhundertfeier TH Stuttgart - Beteiligung Studentenschaft" + Leitung Veranstaltungen
1933 Austritt aus RVSV
1933 16.11.33 Aufnahme in Deutsche Burschenschaft als Burschenschaft Gaudeamus. Abschied vom "schwarzen Prinzip". Rote Mützen.
18.10.1935 Auflösung von Korporationen
15.05.1936 Auflösung Burschenschaft Gaudeamus im DB
1937 Gründung Kameradschaft "Tannenberg" / Alt-Herrenschaft "Lüderitz" (Arminia, Gaudeamus, Hilaritas) / Umbenennung des AHV Gaudeamus in Hausbauverein "Gaudeamus", Hilarenhaus
1937 Verkauf Haus Kronenstraße 51, später Zerstörung durch Bomben
1939-1945 2. Weltkrieg. Bundesleben erlischt immer mehr
1939 Einführung von Trimestern (statt Semester)
1941 Wiedereinführung von Semestern (nach Trimestern)

  
 

AH-Vorstände

1907-1919 Groß v. Türk
1919-1922 Bruder v. Bromm
1922-1929 Wenzel v. Sarah
1929-1933 Kellermann v. Joli
1933-1936 Banzhaf v. Dax
1936-1945 Sigloch v. Stoppel (Vors. Des Hausbauver.) Banzhaf v. Dax (Bundesleiter)

 

 

Downloads der Epoche

   
 

Epoche im Kontext von Weltgeschehen und Technik

Rothenburger Verband Schwarzer Verbindungen

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ROTHENBURGR
VERBAND
SCHWARZER
VERBINDUNGEN

1919 wurde mit Verbindungen an andern deutschen Hochschulen und Universitäten der "Rothenburger Verband schwarzer schlagender Verbindungen" gegründet. Die Verbandstage im schönen, mittelalterlichen Rothenburg o. d. Tauber bilden neben seinen Mensuren unvergeßliche Höhepunkte im Leben jedes Aktiven.

Downloads zum RVSV

1894-1918

Gaudeamus wächst

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GAUDEAMUS
WÄCHST

Epoche: 1894-1918

Chronik

1905-1908 Die weiteren Kneipmöbel werden gestiftet
1906 Kieler Sprotten-Tradition zur Weihnachtskneipe entsteht (Gebrüder Jaaks aus Kiel: Hans Jaaks v. Schnaps, Hermann Jaaks v. Bäuchle)
1907 Gründung Altherrenverband als e.V.
1908 40. Stiftungsfest mit 36 Aktiven. 15. Mai 1908: Altherrenkonvent beschließt Hauskauf.
1908 Oktober 1908. Kauf + Bezug Haus Kronenstraße 51B (durch Aktivitas). Schlüssel-Übergabe Haus durch am 39. Stiftungsfest gegr. AHV (60 Mitglieder) an Aktivitas.
1912-1913 Zukauf Kronenstraße 51A
1914 1. Weltkrieg. Unterbrechung Bundesbetrieb
10.1918 Wieder-Aufnahme Bundesbetrieb, 23 gefallene Bundesbrüder

AH-Vorstände

1907-1919 Groß v. Türk

Downloads der Epoche

Epoche im Kontext von Weltgeschehen und Technik

1. Weltkrieg - Unterbrechung Bundesbetrieb

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1. WELTKRIEG
UNTERBRECHUNG
BUNDESBETRIEB

Der erste Weltkrieg (1914—18) unterbrach das gewohnte Treiben auf Hauboden und Kneipe und im Tanzsaal, aber auch im Kolleg. Erst im Oktober 1918 konnten die vom Felde Zurückkehrenden den Betrieb wieder aufnehmen.

Die Gedenktafel in unserem Kneipsaal nennt die Namen von 22 gefallenen Bundesbrüdem. 


Das Verbindungsleben veränderte sich durch die Wirtschaftskrise, die viele Studenten dazu zwang, nebenher Geld zu verdienen. Der Werkstudent entstand. Die verlorenen Kriegsjahre zwangen zum intensiven Studium. Das "musische Element" der Verbindung bildete ein gut eingespieltes Theaterensemble, das durch Vorstellungen auf dem Lande zum Lebensunterhalt beitrug, da der Eintritt nicht in Geld, sondem in Kartoffeln, Mehl, Butter oder Eiern zu entrichten war. Doch durch alle schlechten Zeiten gedieh die Verbindung weiter. Man vergaß nicht zu feiern, Ausflüge zu machen und Kneipen und Kommerse abzuhalten.

Haus in der Kronenstraße 51

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HAUS
IN DER
KRONENSTRASSE 51

Ein langer Weg zum eigenen Verbindungshaus

Es wurden seit Gründung von Gaudeamus viel Festlichkeiten gefeiert. Heute kann man sich nur schwer vorstellen, wie schwer es in der Gründungszeit der Verbindung ohne eigenes Verbindungshaus war, die passenden Lokalitäten für diese Feste zu finden. Ständige Wechsel der Lokalitäten waren in den ersten Jahren erforderlich um das Verbindungsleben aufrecht zu erhalten. Die Chronik-002-Allgemein-Geschichte-der-Verbindung ist dies Zeit und die Schwierigkeiten die es damals gab wunderbar nachzulesen.

Nachfolgend sind die wichtigsten Lokalitäten in denen Veranstaltungen der Verbindung bis zum Kauf des ersten Verbindungshauses in der Kronenstraße 51 stattfanden aufgelistet:

  • In der ersten Zeit seines Bestehens fand sich der “Freundeskreis” in den elterlichen Wohnungen zusammen
  • 1871: Den erste sicher nachgewiesene Versammlungsraum finden wir bei dem Küfer und Wirt Balthas Lutz in der Büchsenstraße 27
  • 1872: Traf man sich in der Schlosserstraße nahe der Immenhofer Straße, vermutlich bei Restaurateur Johann Fritz
  • 1875/76: Beim Wirt Schächterle zum "Mohrenköpfle" (altes Schlachthaus) getagt worden sein, an der Kreuzung der Bach- und Rosenstraße.
  • 1876: Beim Wirt Ernst Eühnle, angeblich in der Karlstraße. Jedoch war es wahrscheinlich in der benachbarten Wagnerstraße.
  • 1876: Wurde der Versammlungsraum zu Kreuser in der Leonhardstraße und dann im Herbst desselben Jahres in die Wirtschaft zum Lindle in der Lindenstraße verlegt.
  • 1878-89: Im Gasthof zum goldenen Lamm, Hegelstraße 1.
  • 1890/91: Bei Jakob Fischer, Silberburgstraße 166
  • 1892: Restauration zum Kaiser Friedrich, Moltkestraße 2o, an der Ecke der Schwabstraße
  • 1892/93 zu Ludwig Seeger zur Kelter, Ecke der Militär- und Hoppenlaustraße, gegenüber der Liederhalle
  • 1894-1900: Im Kaffeehaus von Friedrich Menz, Rotebühlstraße 22
  • 1900: Bei Gottfried Engel im Eckhaus der Krieger- und Bahnhof- (später Heilbronner) Straße
  • 1901-1907: Im ersten Stocks vom Hinterhaus Nr. 18 der Königstraße, zum Restaurant von Eugen Bechtel gehörend (Bild)
  • 1907 Erdgeschoß des Gebäudes Nr.38 ½ der Marienstrasse

Die Kronenstraße Nr.51

Immer dringender war das Bedürfnis eines eigenen Hauses empfunden worden, nicht bloß umdem Bunde eine bleibende, seiner Bedeutung würdige Heimstätte zu schaffen, sondern auch um nicht hinter anderen Verbindungen der Hochschule zurückzustehen, die schon seit langer Zeit eigene Häuser besaßen. Unter den Alten Herren waren es besonders Leins, Groß und Peter, die den Gedanken auf jede Weise zu verwirklichen suchten.

Um vorsorglich einen geeigneten Bauplatz zu sichern, kaufte Richard Leins aus eigenen Mitteln ein Grundstück an der Gerokstraße, auf dem jetzt das Gebäude Nr.27 dieser Straße steht, und hielt es zur Verfügung der Verbindung. Lange wehte dort vom hohen Mäste weithin sichtbar die schwarz-goldene Flagge. Vorerst war aber die Mitarbeit der Alten Herren noch nicht für ein eigenes Haus zu haben, und Leins verfügte in anderer Weise über das Grundstück.

Erst nach mancherlei Besprechungen und Verhandlungen der Alten Herren untereinander und zusammen mit den aktiven Bundesbrüdern war auf dem Altherren-Konvent des 55. Stiftungsfestes an Pfingsten 1905 zur Einleitung der
vorbereitenden Schritte eine Komission gewählt worden, die aus den Alten Herren Paul Billinger, Eugen Bischoff, Feodor Gnauth und Richard Leins bestand. Diese Kommission kam Jedoch mit ihren Arbeiten nur langsam voran, nicht zuletzt aus dem Grunde, weil jedes ihrer Mitglieder an einem anderen Ort wohnte.

Um die rechtliche Grundlage für den Kauf und den Besitz eines eigenen Gebäudes zu schaffen, wurde auf dem Altherren-Konvent vom 27.Juli 1907 ein Altherren-Verband gegründet, der in das Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen wurde.

Die einen, insbesondere die Jugend, war für einen Neubau außerhalb des geschlossenen Wohnbezirks, der nur den Zwecken der Verbindung dienen sollte; die anderen, die erfahrenen Privatarchitekten, waren zwar auch für einen Neubau, aber in Verbindung mit anderen, an Geschäftsleute zu vermietenden und das Haus finanzierenden Räumen in möglichst günstiger Geschäftslage.

Im S.S.1908 wurde dann das Gebäude Nr.51 /B der Kronenstraße, der eine Teil eines doppelten Einfamilienhauses erworben,nachdem der Altherren-Konvent des 40. Stiftungsfestes am 15.Mai 1908 den Hauskauf endgültig beschlossen hatte. Im Oktober desselben Jahres ging das Haus in den Besitz der Verbindung
über. Es war anfangs der achtziger Jahre von dem Stuttgarter Baugeschäft Joos (dem sog.roten Joos, einem alten Stuttgarter Rhenanen, im Auftrag der damals blühenden Baufirma Holzmann in Frankfurt/Main nach Plänen des Erbauers des Deutschen Reichstagsgebäudes Paul Wallot erstellt worden, ein Backsteinbau mit hellen Verblendern und Architekturteilen aus rotem Sandstein. Das Gebäude war nicht ungünstig in nur geringer Entfernung vom Hochschulgebäude am Fuße des Kriegsbergs gelegen und mit einem kleinen Garten an seiner Rückseite verbunden.
Da das Innere des neuen Gaudeamus-Heims für ein Verbindungshaus noch manches zu wünschen ließ, wurde das Haus im Oktober und November 1908 unter Leitung unseres Alten Herren Theodor Kriech umgebaut. Ein Kneipsaal mit Holztäfelung an den Wänden und mit einer vorgelagerten Kleiderablage wurde im Erdgeschoß eingebaut. Ein Bücher-, ein Lese-, ein Altherren- und ein Badezimmer, eine Dunkelkammer und eine Studentenwohnung wurden im ersten Stock der Wohnung für den Hausmeister und eine weitere Studentenwohnung im zweiten Stock eingerichtet. Durch Tieferlegung des Untergeschoß-Bodens wurde ein Fechtboden gewonnen, der nicht nur zu eifrig betriebenen Fechtübungen, sondern auch zu blutigen Mensuren benutzt wurde. Im folgenden Frühjahr 1909 wurde das Gärtchen hergerichtet. Die Alten Herren stifteten Gartenmöbel und wer Gelegenheit gehabt hat, bei Musik und Bowle einen schönen Sommerabend dort zu verleben, dem wird es eine liebe Erinnerung bleiben. Im Jahre 1915 wurde dann der anstoßende Gebäudeteil Nr.51 A des Doppelhauses käuflich erworben, so daß nun das ganze Gebäude Nr.51 A und Nr.51 B der Kronenstraße im Besitz des Bundes war.

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Sprotten Tradition beginnt

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SPROTTEN
TRADITION

All Järlich gibt es bei Gaudeamus zur Weihnachtsneipe Sprotten. Eine erstmalige Erwähnung von Sprotten wurde in dem Semesterbericht WS 1906 / 1907 gefunden.

3 Kistchen Sprotten,
von Gruel

In den daraufolgenden Jahren wurden die Sprotten von den beiden in Kiel beheimateten Bundesbrüdern Hans und Hermann Jaaks immer zur Weihnachtsneipe gespendet, was schlußendlich zur Tradition wurde. 

1868-1893

Epoche der Gründung

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EPOCHE
DER
GRÜNDUNG

1868-1893

Chronik

14.04.1868 Gründung Les-Käs. Gründer Eugen Bischoff, Fritz Gerok, Feodor Gnauth
1870/1871 Erste gemeinsame Tanzstunde
1871 Gründung Lausklub. Die LAUS entsteht.
01.03.1872 Zusammenschluss Les-Käs & Lausklub
1875 Umbenennung in Polytechnische Gesellschaft
21.03.1876 Annahme des Namens "Gaudeamus" auf Vorschlag von Hugo Barth. 8. Stiftungsfest
1878/79 Überlegungen "Korps Gaudeamus" mit Farben blau-silber-gold. Gescheitert.
1884 Konstituierung "Gesellschafts-Delegierten-Konvent", später "Fuldaer Verbindungs-Konvent" mit "Libertas" + "Fidelitas" (beide verschwunden), "Ulmia" und "Hilaritas" (befreundet)
1885 Erste schwere Krise des Bundes: Aktivenanzahl sank auf 2 Mitglieder. Max Burgers Engangement hilft. Dann 12-15 Aktive in den Jahren darauf.
1887 Gaudeamus tritt aus "Fuldaer Verbindungs-Konvent" aus
1887-1889 Gründung Bierfamilien - Zipf (1887), Röhrle (1888), Bummel (1889), Spuk (1893)
1898 Erste Kneipmöbel werden gestiftet
1890 Erhebung Polytechnische Schule zur Technischen Hochschule
03.06.1890 Akademische Verbindung Gaudeamus. Übernahme aller studentischen Bräuche (Burschen, Füxe, Zirkel, Wappen, Waffen, Mensuren, Satisfaktion, Maturitätsprinzip).
1893 25. Stiftungsfest

AH-Vorstände

1884 M. Burger
1885 M. Burger
1886 E. Mailänder

  
 

Downloads der Epoche

Epoche im Kontext von Weltgeschehen und Technik

Gaudeamus wird zur Akademischen Verbindung

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GAUDEAMUS
WIRD ZUR
AKADEMISCHEN
VERBINDUNG

Nachdem am 25.2.1890 aus dem Polytechnikum die Technische Hochschule wurde, wurde auf dem 22. Stiftungsfest am 3. Juni 1890 beschlossen, dem Bund den Namen „Akademische Verbindung Gaudeamus“ zu geben. Um diese Zeit wurden auch nach und nach die schon bei anderen Studentenverbindungen üblichen Gebräuche und Organisationsformen übernommen, wie die Bezeichnungen Bursche und Fux (und damit auch Fuxmajor), Inaktive, Philister und Alte Herren.

Wie bei allen Verbindungen üblich wurden auch bei Gaudeamus ein Zirkel (gleichsam das Monogramm der Korporation) und ein Wappen eingeführt. Erstmals erschien 1878 ein einfacher, nur aus „G“ und „v“ bestehender Zirkel „Gv!“ auf einem Jahresbericht. Aber schon 1879 erschien der volle Zirkel mit der Bedeutung „vivat, crescat, floreat Gaudeamus“, wie er noch heute existiert, auf dem nächsten Jahresbericht. Neben dem Zirkel spielte auch das Wappen, welches aus einem Schild mit umgebenden Verzierungen bestand, eine große Rolle. Der Wappenschild trat erstmals im WS 1881/82 in Erscheinung und blieb bis heute gleich. Auf dem quadrierten Wappenschild war auf einem roten, von einem grünen Lorbeerkranz umgebenen Herzstück der Zirkel in schwarz angebracht. Das erste blaue Feld zeigte zwei sich haltende Hände als Zeichen der Freundschaft. Das zweite Feld zeigte von Gold und Schwarz schräg links geteilt die Farben der Stadt Stuttgart. Im dritten Feld war das Wappen des Königreichs Württemberg, auf goldenem Grund die drei schwarzen Hirschstangen und die drei schwarzen Löwen angebracht. Im vierten blauen Feld war als Sinnbild der Technik ein goldenes Zahnrad mit darauf liegendem schwarzen Zirkel und Winkel zu sehen. Auf dem Schilde ruhte ein mit Federn geschmückter Helm. Darunter befand sich in einer Umrandung der Wahlspruch von Gaudeamus „amicitia, veritas, laetitia“ und hinter dem Schild steckten Fahnen.

Während der Schild bis heute immer gleich blieb, wurden die darum liegenden Wappenteile über die Zeit mehrfach in Form und Farbe geändert (z.B. wurden 1889 die Fahnen wieder entfernt). 1895 schließlich wurde eine große tragbare Fahne in den Farben schwarz-gelb angeschafft, welche bei dem am 15. Februar 1895 abgehaltenen Königskommers zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde. Trotz all der Farben in Wappen und Fahne war Gaudeamus in dieser Zeit nicht farbentragend, also eine „schwarze“ Verbindung.

Neben Couleur wurden auch Bräuche wie Waffen, Mensuren, Satisfaktion und Maturitätsprinzip übernommen. Gaudeamus nahm rege am akademischen Leben und Treiben und am gesellschaftlichen Leben Stuttgarts - der damals stark emporstrebenden südwest-deutschen Metropole teil. 

Gründung Bierfamilien

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DIE
GRÜNDUNG
VON
BIERFAMILIEN

In den Jahren von 1887 bis 1893 wurden mehrere Bierfamilien gegründet:

  • 1887 Bierfamilie Zipf
  • 1888 Bierfamilie Röhrle
  • 1889 Bierfamilie Bummel
  • 1893 Bierfamilie Spuk

Bierfamlien - auch Leibverhältnisse genannt - sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Die daraus entstandenen Stammbäume sind beachtlich.

Übersicht der Bierfamilien

Gründung Lausklub

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Eugen Bischoff, Fritz Gerok und Feodor Gnauth verabreden, sich regelmäßig mit gleichgesinnten jungen Leuten zu Treffen, um sich mit Literatur, Ästhetik, Kunst und mit philosophischen und religiösen Fragen zu befassen. Neben dieser Gruppe mit dem Spitznamen "Les-Käs" bildete sich ein zweiter Kreis mit dem Spitznamen “Lausklub”, der sich in einem Gasthaus traf, Bier trank, Lieder sang und debattierte.

Sie führten eine Art Kneipbuch, die "Laus", der Vorläufer unserer Bundesblätter.

Man gründete auch eine Kneipzeitung, der man in Analogie zu dem damals berühmten Wiener Witzblatt "Der Floh" den Namen "Die Laus" gab. Eine Zeitlang liefen die beiden Vereinigungen, die Lesegesellschaft, auch "Der Leskäs" genannt, und die Kneipgesellschaft oder "Der Lauskäs" nebeneinander her, bis dann die beiden Vereinigungen angehörenden Mitglieder eine Verschmelzung herbei führten.

Die Laus zum Download

Der Laus Gruß

Guten Abend Ihr Herrn! Ich heisse “Laus”
Und treib’ es stets erhaben.
Ich lebe toll in Saus & Braus
In Grauchen, Grübeln, Graben.

Durchwühle frisch die Kreuz, die Quer
Der Menschheit höchstes Treiben.
Sie liebt mich nicht, ich liebe sehr
Das Knausern, Knipzem. Kneipen.

Liegt ein Redactor in dem Bett
Beginne ich zu witzeln
Daß ihm charmant die Zeit vergeht
Beim Kitzeln & Scharmützeln.

Ist Einer gar ein Philosoph
Bin ich ihm meist Trabante.
Je mehr er Weisheitsquelle soff
Je mehr werd' ich frappante.

Ist Einer gar ein Lumpidus
Bin ich ihm treue Buhle.
Ich geh' ihm manchen spitzen Kuß
Und wälze wühle wühle!

Drum ob Ihr Lumpen, ob Ihr schlau-
Ich werde Euch tractieren!
Und wird es Euch dann grün und blau-
Mann kann sich revangiren!

 

Gründung des Leskäs

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GRÜNDUNG
DES
LESKÄS

Das Ganze fängt an wie in einem Märchen: Es waren einmal drei Jünglinge (besser gesagt Schüler des Eberhard-Ludwig-Gymnasiums), die waren dicke Freunde und hießen Eugen Bischoff, Fritz Gerok und Feodor Gnauth. Bei einem Spaziergang am 14. April 1868 im Bopserwald (vielleicht sogar in der Nähe der Stelle, an der schon Friedrich Schiller am Hohen Bopser aus seinen frühen Werken vorlas) vereinbarten sie, sich künftig regelmäßig einmal in der Woche zu treffen und zusammen mit weiteren, gleichgesinnten jungen Leuten sich mit Literatur, Ästhetik, Kunst und auch mit philosophischen und religiösen Fragen zu befassen.

Von da an kamen sie wöchentlich abwechselnd in den Wohnungen ihrer Eltern zusammen, wobei Gedichte und Dramen deutscher und ausländischer Dichter vorgetragen wurden. Zu Beginn des Abends hatte ein durch das Los bestimmtes Mitglied ein von allen gelerntes Gedicht vorzutragen. Man Las Dramen von Schiller, Goethe und Shakespeare, Dichtungen von Uhland und Körner, auch di Frithjofssageo.

Dem gegründeten Bund traten im Laufe der Jahre weitere Schüler bei.

 

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Auszüge aus dem Leskäs